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Nach Tod des 6-jährigen Sohnes Anklage gegen Vater wegen Mordes erhoben

Datum: 31.03.2017

Kurzbeschreibung: 

Nach Tod des 6-jährigen Sohnes Anklage gegen Vater wegen Mordes erhoben

Ulm. Munderklingen

Gegen einen 42 Jahre alten Mann aus Munderkingen hat die Ulmer Staatsanwaltschaft Anklage wegen Mordes zur Schwurgerichtskammer des Landgerichts Ulm erhoben.

Die Anklagebehörde wirft dem Mann vor, seinen 6 Jahre alten Sohn am Abend des 10. Juli 2016 beim Versuch, sich selbst das Leben zu nehmen, heimtückisch getötet zu haben. So soll er in seinem Schlafzimmer, in welchem sich auch sein Sohn bereits schlafend aufgehalten habe, einen Holzkohlegrill entzündet haben, um sich und seinen Sohn durch die entstehenden Kohlenmonoxidgase zu töten. Das Kind verstarb wohl bereits in der Nacht von 10. auf 11. Juli 2016, während der Mann am 13. Juli 2016 in benommenen Zustand aufgefunden und schließlich gerettet wurde.

Der Angeschuldigte kam zunächst in Untersuchungshaft, wo sich sein gesundheitlicher Zustand aufgrund der erlittenen CO-Vergiftung rapide verschlechterte. Schließlich wurde er zum Pflegefall. Sein gesundheitlicher Zustand besserte sich überraschend zum Jahreswechsel 2016/2017, so dass er aus einer Reha-Maßnahme heraus Ende Januar 2017 wieder in Untersuchungshaft genommen wurde. Gutachter stellten seine Haft- und Verhandlungsfähigkeit fest.

Hintergrund für die Tat dürfte eine Sorgerechtsstreitigkeit des Angeschuldigten mit seiner geschiedenen Ehefrau sein. Der Sohn lebte bis dahin bei ihm und sollte nach einer kurz zuvor ergangenen Entscheidung des Familiengerichts zur Mutter ziehen, womit sich der Angeschuldigte offensichtlich nicht abfinden wollte. Nach vorläufiger Einschätzung des psychiatrischen Sachverständigen ist auch davon auszugehen, dass der 42-Jährige zum Tatzeitpunkt voll schuldfähig war.

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