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24-Jähriger wegen versuchter Brandstiftung in Erbacher Asylbewerberunterkunft angeklagt

Datum: 17.02.2017

Kurzbeschreibung: 

24-Jähriger wegen versuchter Brandstiftung in Erbacher Asylbewerberunterkunft angeklagt

Ulm. Erbach

Die Staatsanwaltschaft Ulm hat gegen einen 24 Jahre alten Mann aus dem Alb-Donau-Kreis wegen des Verdachts der versuchten schweren Brandstiftung und der vorsätzlichen Brandstiftung Anklage zur Großen Strafkammer des Landgerichts Ulm erhoben.

In den frühen Morgenstunden des 17. September 2016 soll der Mann in deutlich alkoholisiertem Zustand durch die unverschlossene Hauseingangstüre in eine in einem Wohnhaus gelegene Flüchtlingsunterkunft in Erbach gegangen und dort im Erdgeschoss und im Keller Feuer gelegt haben. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich 28 Personen in dem Gebäude auf. Im Anschluss an seine Brandlegung sei der 24-Jährige durch die Flüchtlingsunterkunft gelaufen, habe an die Türen geklopft und die Bewohner zum Verlassen des Gebäudes aufgefordert. Wegen des Verdachts einer Rauchgasvergiftung mussten sich neun Bewohner ärztlich untersuchen lassen, wobei sich der Verdacht glücklicherweise jeweils nicht bestätigte. Das gelegte Feuer konnte noch gelöscht werden, bevor es auf Gebäudeteile übergreifen konnte. Dennoch entstand ein Sachschaden von etwa 2.500 €.

Im zweiten Fall soll der Mann eine Woche später eine mit Strohballen gefüllte Scheune eines landwirtschaftlichen Anwesens in Erbach in Brand gesetzt haben. Die Scheune, in welcher sich auch ein Fahrzeug befand, wurde durch den Brand vollständig zerstört. Dabei entstand ein Sachschaden von etwa 31.000 €.

Das Motiv für die Taten blieb auch hinsichtlich eines möglichen ausländerfeindlichen Hintergrunds bis zuletzt unklar.

Der auch einschlägig vorbelastete Angeschuldigte bestreitet die Tatvorwürfe. Er befindet sich aufgrund eines durch das Amtsgericht erlassenen Haftbefehls seit Ende September 2016 in Untersuchungshaft.

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